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San Francisco Spaziergänge, 2.

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poodles.jpg Natürlich habe ich immer eine Kamera dabei, wobei das sonnige Wetter es schwierig macht, manche Motive zu treffen. Zum Beispiel kann man Schaufenster ganz schlecht fotografieren, weil die Sonne so stark in der Scheibe reflektiert.

An diesem Fenster hatte mich eigentlich nur die Typografie interessiert. So liebevoll und übertrieben nostalgisch sie auch ist, so passt sie doch haargenau zum Thema und wohl auch zum Publikum in dieser Gegend. Was man ja auch an dem Hundetyp sieht, der im Fenster nebenan abgebildet ist, das ich zunächst übersehen hatte. Pudel sind nun wirklich fast schon Karikaturen von Hunden, aber hellblau, weiß und rosa ist noch eine Steigerung.

San Francisco Spaziergänge, 1.

Hier in San Francisco gehe ich viel zu Fuß. Etliche der HügeI sind recht anstrengend und nicht geeignet für mein altes Rennrad. Das Auto aus der Garage holen nur um die Zeitung einzukaufen ist doof und ich habe nie rausgekriegt, wie die Busse hier funktionieren.sf_buswaiting.jpg

Ich sehe allerdings immer wieder Leute – meistens alte Frauen mit Einkaufstüten – an den Straßenecken herumstehen. Neulich hatte ich mir gerade bei Swensen’s ein Eis gekauft und stand vor dem Laden, da sah ich sie wieder: immer mehr alte Frauen trafen sich vor einem Laden an der gegenüberliegenden Ecke. Und plötzlich – ich hatte gerade nicht hinübergeschaut – waren sie alle verschwunden.

Also wartete ich ein paar Minuten ab, leckte an meinem Eis und wieder erschienen Leute an der Ecke. Dann sah ich, was sie da wollten: es war eine Bushaltestelle! Der Bus kam, sie stiegen ein und ich ging hinüber und sah, wieso sie das wussten: ein Laternenpfahl hatte ein gelbes Band aufgemalt, auf dem zwei Nummern schabloniert waren; offensichtlich die Nummern der dort vorbeifahrenden Buslinien.busstop_anfang.jpg busstop_reihe.jpg

Angesichts dieser Einstellung zur Information von Fahrgästen wundert es mich nicht, dass hier in den USA niemand sein Auto freiwillig aufgibt.
Die Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite war auch nur an einem Laternenpfahl gekennzeichnet, hier aber immerhin mit den Worten BUS STOP. Sonst nichts, kein Fahrplan, keine Zielangaben, kein Streckenverlauf. Ein gut gehütetes Geheimnis nur für die Eingeborenen. Offensichtlich will niemand mehr Fahrgäste auf den Bussen haben.

34. William A. Dwiggins Lecture

Es ist schon wieder eine Woche her, dass ich einen Vortrag gehalten habe in der Boston Public Library. Ganz offiziell war es die 34. Dwiggins Lecture. Wäre sonst nicht weiter erwähnenswert (außer, dass es natürlich eine große Ehre war), aber kaum hatte ich das erste Bild auf der Leinwand, da ging der Feueralarm los.

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Und wir mussten tatsächlich das Auditorium räumen! Draußen der für die USA übliche Riesenaufwand an Hardware – Leiterwagen, Spritzenwage, Sirenen, dutzende Feuerwehrmänner mit Helmen und Äxten – bis sich nach wenigen Minuten herausstellte, dass irgendwo nur eine Mikrowelle etwas überhitzt war.

Nick Sherman hat den Moment des Alarms gefilmt. Auch das kleine Bild hier ist von Nick. Ich habe es einfach von seiner Flickr-Seite kopiert. Für den Abend habe ich ein Plakat entworfen und eine Einladungskarte. Die ist hier unten abgebildet. Das PDF, das zum Drucker ging, ist unter downloads zu haben.

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San Francisco

Nicht alle Städte haben ein Wahrzeichen. San Francisco hat ganz viele. Und eines davon kann ich aus dem Fenster sehen (unten ganz rechts außen), wenn auch nur die oberste Spitze davon. Gestern abend habe ich auf dem Weg zum Briefkasten das Transamerika Gebäude ein paarmal fotografiert – für solche kleinen Bildchen bei bestem Sonnenschein reicht auch das iPhone.

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Weniger ist mehr

Hier die erste Nachricht von meinem MacBook Air. Das Foto des neuen Computers auf dem Küchentisch habe ich mit dem iPhone gemacht. Keine professionelle Qualität, aber für ein Blog sollte es reichen. Im Juni kommt das 2.0 Update fürs iPhone. Kann sein, dass es dann Blogsoftware gibt und ich den Computer gar nicht mehr brauche.

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Rubbelschriften

Wer kann sich noch an Letraset und andere Rubbelschriften erinnern? Ich habe vor ein paar Jahren meine vielen hundert Bogen weggeworfen, was ich heute natürlich bedauere. Denn die jüngere Generation würde diese Art der Beschriftung mindestens komisch finden, wenn nicht sogar aufschlussreich. Denn die Technik hat immer schon die Gestaltung beeinflusst, wenn nicht sogar dominiert.

Freunde in Den Haag haben mir vor ein paar Jahren ein paar Bogen Abreibebuchstaben geschenkt mit LoType drauf, die ich nie gesehen hatte. Offensichtlich hatte der Hersteller auch keinen Lizenzvertrag mit mir, sonst hätte er wenigstens meinen Namen richtig geschrieben.

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Friekermann

Auf Reisen sehe ich viele Schreibweisen meines für deutsche Verhältnisse sehr gewöhnlichen Nachnamens. Eine phonetische Umschreibung wie Speakerman ist dabei recht häufig. Letzte Woche in Boston jedoch gab es eine neue Variante. Ich weiss nicht, ob die Dame an der Rezeption damit etwas sagen wollte oder ob sie einfach nicht gut lesen konnte, was in meinem Pass steht.

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Helvetica kann schön sein

Jede Schrift braucht ihre eigene Umgebung, in der sie passt, gut aussieht und die richtige Botschaft sendet. Ein italienischer Hersteller von Möbeln aus Kunststoff, der sich in einem alten Industriebau in San Francisco ansiedelt, macht das mit einem großen Schriftzug aus Helvetica genau richtig. Da wären weder Rotis noch Meta richtig gewesen.

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