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Farbe des Jahres

Ich habe nie viele Farben verwendet jenseits der typografischen Klassiker Schwarz und Rot. Vor zwanzig Jahren allerdings, als Alex Branczyk und ich Logo etc für FontShop entwarfen, dachten wir, dass Schwarz und Weiß recht gut das digitale Prinzip symbolisieren könnten, genauso wie den Prozess, der in einem Laserbelichter abläuft. Schwarz und Weiß alleine war aber zu unscheinbar, also nahmen wir Gelb dazu. Die Farbkombination ist inzwischen in Fachkreisen zu bekannt für FontShop und seine Produkte, z.B. die FontFont Schriftenbibliothek, als dass wir sie je ändern könnten bei einem Rebranding.

Schön zu erfahren, dass unsere damalige Farbwahl endlich anerkannt wird, sogar durch Pantone ganz offiziell.

WordPress

Wie selbst ein gelegentlicher Besucher auf diesen Seiten gemerkt haben wird, bin ich zu WordPress übergelaufen. Wir arbeiten damit bei SpiekermannPartners und ich konnte deshalb Marcus Scheller einspannen, der die meisten alten Inhalte importiert und alles programmiert hat. Einige Formatierungen müssen noch ein wenig überarbeitet werden und alle Downloads sind im Datenäther verschwunden, bzw, auf unserem server irgendwo versteckt. Ich muss also „nur noch“ alles finden und neu laden.

Nun hat es ein halbes Jahr gedauert, bis hierher zu kommen, also kann es noch etwas länger dauern. Ich hoffe auf die unvermeidliche Pause zwischen den Jahren um alles aufzuräumen und etwas mehr über WordPress zu lernen.

Es ist immer noch der einzige Weblog, der von einer Person in zwei Sprachen geschrieben wird. Oder?

Dieter Rams

Die Ausstellung im Victoria & Albert Museum in London nennt sich Cold War Modern, die »erste Ausstellung, die die internationale Entwicklung in der modernen Kunst, in Design, Architektur und Film im Kontext des Kalten Krieges untersucht«. Die Verbindung zwischen Dieter Rams und Jonathan Ive’s Design für Apple habe ich schon vor einiger Zeit im Spiekerblog beschrieben:
Braun Apple

Braun T1000, designer Dieter Rams – Cold War Modern from Victoria & Albert Museum on Vimeo.

Mr. Univers

adrian80.jpgAm 24. Mai wurde Adrian Frutiger 80 Jahre alt. Für die schweizer Zeitschrift Hochparterre habe ich aus diesem Anlass einen Text geschrieben:

Adrian Frutiger: Mr. Univers

Wenn man, wie ich, in einem Alter ist, in dem man einiges hinter sich hat, wird man oft gefragt, welche Vorbilder man hatte und hat. Die Antwort kann man sich leicht machen und auf Menschen verweisen, die auf den internationalen und nationalen Heldenlisten ganz oben stehen, wie Gandhi oder Albert Schweitzer. Beliebt sind auch die eigenen Eltern, zumindest solange sie noch leben und solche Äußerungen lesen können. Für mich ist das seit über 30 Jahren ganz einfach: 1976 lernte ich Adrian Frutiger kennen. Mein Held ist er heute noch.

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Alles neu

macht der Mai. Bisher jedoch nicht. Seit ich wieder in Europa bin, habe ich viele Bilder gemacht für etliche Blogbeiträge. Aber alle ruhen noch auf meiner Festplatte und jetzt ist zunächst die TypoBerlin angesagt.

San Francisco Spaziergänge, 7.

Heute ist mein letzter Tag hier in San Francisco für die nächsten paar Monate. Gerade noch genug Zeit, endlich die Dienstagsausgabe (mit Technik & Motor-Beilage) der FAZ in meinem Lieblingszeitungsladen zu kaufen. Auf der anderen Straßenseite gibt es ein Café mit freiem Internetzugang, montags bis freitags. Als ich dort meinen Kaffee holen wollte, zählte ich 12 Gäste, jeder und jede vor einem Computer sitzend. Ich konnte kein richtiges Foto machen, ohne dass es peinlich wurde für mich oder die Leute dort, also knipste ich unter der Hand ohne hinzusehen. Zu sehen sind die fünf Leute auf der einen Seite des Raumes.

Starbucks schräg gegenüber hat auch Internetzugang, aber nur für Leute mit einem T-Online Vertrag. San Francisco wird bald in der ganzen Stadt ganz offiziell kostenlosen Internetzugang haben. Dann können die Leute wieder ihr Café aussuchen nach der Qualität der Speisen und Getränke.

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San Francisco Spaziergänge, 6.

In Kalifornien gibt es viele Ortschaften, die nach Heiligen benannt sind. Und weil die spanischen Missionare hier lange vor den englischsprachigen Siedlern waren (und auch vor den Russen, die aus Alaska kamen und in Namen wie Russian River ihre Spuren hinterlassen haben), fangen diese Orte an mit San oder Santa, je nach Geschlecht des oder der Heiligen. Also San Jose, Santa Barbara, San Rafael, Santa Clara, und natürlich San Francisco. Diesen Namen habe ich an einem Laden am Washington Square gefunden.

Von dem Heiligen habe ich noch nie was gehört.

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San Francisco Spaziergänge, 4.

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Es ist erstaunlich, wieviele Autos hier herumfahren oder einfach an der Straße geparkt sind, die bei uns all Klassiker unter einem weichen Tuch versteckt würden. Zum Beispiel dieser Mercedes 280SE von ca. 1969 mit dem 4,5l Motor. Dieser Typ wurde in Europa kaum verkauft, weil bei uns schon damals das Benzin viel mehr kostete als in den USA. Hier kann man heute so einen Wagen für weniger als $5000 kaufen (das wären €3000!), weil der Benzinpreis hier an der Westküste inzwischen auch bei mehr als $4 angekommen ist (pro Galone, also 3,8l). Für uns immer noch billig (etwas mehr als ein Dollar pro Liter, also bei uns 70 Cent), aber hier schon für viele Erstbesitzer Grund genug, sich Gedanken zu machen über die Nachteile dieser mächtigen, unzerstörbaren, fantastischen, durstigen Motoren.


San Francisco Spaziergänge, 3.

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Eine vom Aussterben bedrohte Art ist seit vielen Jahren der Apostroph. Sicherlich kein großer Verlust für die Menschheit angesichts anderer Bedrohungen, aber schlimm genug für die unter uns, die typografisch nicht ganz behindert sind. Der Apostroph ist weder das Maßzeichen für den US-Fuß noch ein scharfer Akzent. Er sieht aus wie ein Komma, dessen Position bis zur Versalhöhe angehoben wird.

Ich freue mich berichten zu können, dass mein Lieblings-Eissalon hier in San Francisco auch typgrafisch guten Geschmack beweist. Die Tatsache, dass der Apostroph in Swensens Namen (im Deutschen steht kein Apostroph beim Genitiv) nicht nur die korrekte Form hat, sondern auch noch gut aussieht, ist wahrscheinlich dem Umstand zu verdanken, dass er vor vielen Jahren von einem gelernten Schildermacher dort angebracht wurde. Zu einer Zeit, als man ein Handwerk noch lernen musste, bevor man es ausüben durfte.