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San Francisco Spaziergänge, 6.

In Kalifornien gibt es viele Ortschaften, die nach Heiligen benannt sind. Und weil die spanischen Missionare hier lange vor den englischsprachigen Siedlern waren (und auch vor den Russen, die aus Alaska kamen und in Namen wie Russian River ihre Spuren hinterlassen haben), fangen diese Orte an mit San oder Santa, je nach Geschlecht des oder der Heiligen. Also San Jose, Santa Barbara, San Rafael, Santa Clara, und natürlich San Francisco. Diesen Namen habe ich an einem Laden am Washington Square gefunden.

Von dem Heiligen habe ich noch nie was gehört.

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San Francisco Spaziergänge, 3.

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Eine vom Aussterben bedrohte Art ist seit vielen Jahren der Apostroph. Sicherlich kein großer Verlust für die Menschheit angesichts anderer Bedrohungen, aber schlimm genug für die unter uns, die typografisch nicht ganz behindert sind. Der Apostroph ist weder das Maßzeichen für den US-Fuß noch ein scharfer Akzent. Er sieht aus wie ein Komma, dessen Position bis zur Versalhöhe angehoben wird.

Ich freue mich berichten zu können, dass mein Lieblings-Eissalon hier in San Francisco auch typgrafisch guten Geschmack beweist. Die Tatsache, dass der Apostroph in Swensens Namen (im Deutschen steht kein Apostroph beim Genitiv) nicht nur die korrekte Form hat, sondern auch noch gut aussieht, ist wahrscheinlich dem Umstand zu verdanken, dass er vor vielen Jahren von einem gelernten Schildermacher dort angebracht wurde. Zu einer Zeit, als man ein Handwerk noch lernen musste, bevor man es ausüben durfte.

San Francisco Spaziergänge, 1.

Hier in San Francisco gehe ich viel zu Fuß. Etliche der HügeI sind recht anstrengend und nicht geeignet für mein altes Rennrad. Das Auto aus der Garage holen nur um die Zeitung einzukaufen ist doof und ich habe nie rausgekriegt, wie die Busse hier funktionieren.sf_buswaiting.jpg

Ich sehe allerdings immer wieder Leute – meistens alte Frauen mit Einkaufstüten – an den Straßenecken herumstehen. Neulich hatte ich mir gerade bei Swensen’s ein Eis gekauft und stand vor dem Laden, da sah ich sie wieder: immer mehr alte Frauen trafen sich vor einem Laden an der gegenüberliegenden Ecke. Und plötzlich – ich hatte gerade nicht hinübergeschaut – waren sie alle verschwunden.

Also wartete ich ein paar Minuten ab, leckte an meinem Eis und wieder erschienen Leute an der Ecke. Dann sah ich, was sie da wollten: es war eine Bushaltestelle! Der Bus kam, sie stiegen ein und ich ging hinüber und sah, wieso sie das wussten: ein Laternenpfahl hatte ein gelbes Band aufgemalt, auf dem zwei Nummern schabloniert waren; offensichtlich die Nummern der dort vorbeifahrenden Buslinien.busstop_anfang.jpg busstop_reihe.jpg

Angesichts dieser Einstellung zur Information von Fahrgästen wundert es mich nicht, dass hier in den USA niemand sein Auto freiwillig aufgibt.
Die Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite war auch nur an einem Laternenpfahl gekennzeichnet, hier aber immerhin mit den Worten BUS STOP. Sonst nichts, kein Fahrplan, keine Zielangaben, kein Streckenverlauf. Ein gut gehütetes Geheimnis nur für die Eingeborenen. Offensichtlich will niemand mehr Fahrgäste auf den Bussen haben.

San Francisco

Nicht alle Städte haben ein Wahrzeichen. San Francisco hat ganz viele. Und eines davon kann ich aus dem Fenster sehen (unten ganz rechts außen), wenn auch nur die oberste Spitze davon. Gestern abend habe ich auf dem Weg zum Briefkasten das Transamerika Gebäude ein paarmal fotografiert – für solche kleinen Bildchen bei bestem Sonnenschein reicht auch das iPhone.

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Neues aus SF

Seit Januar war ich nicht mehr in San Francisco, und seit dem 8. Januar habe ich keinen einzigen Eintrag in diesem Blog geschafft. In Berlin ist einfach zu viel los. Ein Büro mit inzwischen über 30 Leuten, ein neues Haus, tausende Bücher, die einsortiert werden müssen, viele Reisen…
Hier in SF sind nur zwei Leute im Büro und ich komme endlich mal zum Schreiben.

Um die Ecke hat die Redaktion von Dwell ihr Büro, die Zeitschrift, die sich moderner Architektur gewidmet hat unter dem Motto „at home in the modern world“. Und am Eingang finde ich endlich ein Beispiel für die Hausnummern aus Edelstahl, die ich seinerzeit für DWR gemacht habe. Das sind die „TECH“ ziffern ohne diagonale Formen. Design Within Reach verkauft die Hausnummern inzwischen im Angebot, weil es offensichtlich keinen Markt gibt in den USA für „Designerziffern“. Aber ich habe ja die Rechte und werde die Nummern demnächst selber anbieten, auch in Europa…

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