Königlicher Gestalter

Ausgerechnet mir muss das passieren: obwohl ich die Monarchie (selst die konstitutionelle wie im Vereinigten Königreich) für albern halte, habe ich mich nicht gewehrt, als mir diese Woche in London der Titel des Honorary Royal Designer for Industry verliehen wurde. Nur ehrenhalber, denn richtige RDIs können nur Leute mit britischem Pass werden.

Die von Hand gesetzte und im Buchdruck gedruckte Urkunde muss ich als Beweisabbildung noch scannen, deshalb vorab nur ein Foto meiner Tischkarte für das Dinner bei der Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures & Commerce.
rsa_card.jpg

Mehr Informationen in diesem PDF:

RDInfo_2007.pdf

Ich hatte ja angekündigt, dass ich von nun an alles publizieren würde.

Man kann nicht nicht kommentieren

Wie ich aus einigen Emails erfahren habe, ist die Kommentarfunktion zur Zeit nicht in Ordnung.
Offensichtlich sind seit der Installation von MT 4.0 entweder einige Plug-ins nicht mehr aktiv oder es gibt Probleme mit dem Update an sich. Das werden wir die nächsten Tage rausfinden, so oder so.
Bis dahin schickt Kommentare einfach an mich per Email.

FF Meta Serif 1.0

Im April war ich so leichsinnig gewesen, die Meta Serif anzukündigen. Es hat natürlich länger gedauert, weil der Teufel eben im Detail steckt. Inzwischen ist an verschiedenen Stellen soviel gesagt worden, dass ich nur noch auf die Quellen hinweisen muss:

FF Meta Serif auf Typophile
FF Meta Serif auf I Love Typography
FF Meta Serif auf Chez Porchez,
und ein Artikel mit Hintergrundinformationen:
FF Meta Serif auf Unzipped,
und natürlich FF Meta Serif auf FontShop News.
Am Anfang war – wie immer – das FontBlog:
anmarsch
countdown
vergleich
glyphenposter
welche Meta
gute noten
making of

ff-meta-serif.gif

Die gelbe Gefahr

Paul Weihe ist bei uns im Büro für alles zuständig, was andere nicht können – also für ziemlich viel. Paul weiß alles über unsere Drucker, die Druckertreiber, das Netzwerk, die Software, die Lizenzen. Darüber hinaus ist er unser Barista und kann mit schaumiger Milch Firmenlogos und Pflanzenformen auf Cappucinotassen malen.

Bei seinen Recherchen war er auf ein Gerücht gestoßen, nach dem Farblaserdrucker diverser Hersteller angeblich auf Geheiß der US-Regierung auf jede Seite einen unsichtbaren Geheimcode drucken, der ein minutengenaues Datum und die Seriennummer des Geräts enthält. Außerdem hätte die EEF.org (Electronic Frontier Foundation, Defending Freedom in the Digital World) diesen Code für Xerox-Drucker geknackt.

Hier das Ergebnis von Pauls Selbsttest:

Eine Seite, A4, CMYK 0,100,100,0 mit 12pt Unit beschriftet, auf der Xerox DC-12 gedruckt. Dann mit dem Quato-Scanner einen Ausschnitt von 7,5×7,5cm bei 3200dpi (260MB) eingescannt, die Sättigung im Gelbtonbereich voll aufgezogen, alle Farben (Master) verdunkelt, den Kontrast erhöht – erzeugte den folgenden, verblüffenden Beweis auf meinem Schirm:

codepages.gif

Der Code existiert und ist tatsächlich gelb, aber natürlich mit bloßem Auge ohne optische Werkzeuge nicht zu sehen. Bei ca. 6facher Vergrößerung UND vorhergehender Verstärkung der Sichtbarkeit kann man allerdings eine richtige Tabelle erkennen und entsprechend beschriftet – vertikal die Spaltennummerierung und links die Aufschlüsselung nach dem Binärsystems – auch verstehen (Scan in InDesign mit der Originaldatei montiert):

code_nachher.gif

In meinem Beispiel bedeutet der Code nach Berechnung der Summen der Punkte pro Spalte in Verbindung mit den Werten von links (die unterste Zeile zeigt die Ergebnisse pro Spalte):
gedruckt am 22.11.2007, um 14:38. Das Datum stimmt, die Uhrzeit nicht wirklich…, es sei denn mein Kurzzeitgedächtnis trügt mich und ich habe den Scan wirklich erst 1,5 Stunden später gemacht… – oder wahrscheinlicher: es ist eine einheitliche Zeitzone zu Grunde gelegt (eine eingebaute Funkuhr werden die uns nicht auch noch verheimlicht haben).
Trotzem sehr gut zu wissen, dass wir bei Drucken per Farblaserdrucker im Zweifel unser Urheberrecht auch ohne Copyright einklagen könnten, denn dass die Seriennummer in den Zeilen 11-14 richtig codiert ist, dürfte über jeden Zweifel erhaben sein.

Erpresserzettel online

Wer schnell mal jemanden erpressen möchte, braucht dazu heute weder Schere, noch Kleber oder alte Zeitungen. Einfach schnell hier klicken und auf Joshua Rey’s Website den Text eingeben. Zurück kommt der Text aus vielen Schnipseln, auf Gelb oder Weiss. Einfach ausdrucken und versenden.

blackmail.gif

Viva España oder wie?

spanienlogo.gif

Wie mir Alexis aus Spanien gerade schreibt,
hat die spanische Regierung das Ergebnis
eines Wettbewerbes bekanntgegeben zur
Gestaltung eines Logos für die Regierung.
Der erste Preis aus 320 Einsendungen wurde
mit 12.000 Euro belohnt und soll realisiert werden.
Hier links ist das neue Regierungslogo zu sehen,
dessen Umsetzung unter professionellen Studios
ausgeschrieben werden soll. Wer spanisch kann,
darf hier nachlesen:

Das Logo der deutschen Bundesregierung
kam auch aus einem Wettbewerb für Studenten,
den Lisa Eidt und Jürgen Huber gewannen.
Die beiden kamen dann zu MetaDesign,
wo wir aus den Logos ein komplettes
Erscheinungsbild machten. Die Schrift war
damals Transit, wurde dann aber von der
Schröderschen Agentur Odeon Zwo durch Univers
ersetzt, mit dem Hinweis, die Regierung können
doch nicht die gleiche Schrift haben wie die BVG
in Berlin. Offensichtlich hielten sie die schmale
Univers für origineller.

Alexis hat sofort gewusst, woher er dieses Logo
kannte und aus ihm und dem Original ein neues
Symbol der spanisch-deutschen Zusammenarbeit
gebastelt:

logobiernos.gif

Braun Apple

Wir Braun-Sammler wissen schon lange, woher die Anregungen kommen, die zum Aluminium-Lochblech Look einiger Apple Geräte geführt hat. Ich habe mal Fotos meines Weltempfängers T1000 von 1962 (!) gemacht. Die Radien und die Lochung des Alubleches kann man fast 1:1 bei einem MacBook Pro oder bei den großen MacPro wiederfinden.

braun_weltvorne.jpg
braun_weltskala.jpg
braun_offenkante.jpg

Nun haben auch einige Kollegen in Japan und über die auch welche in den USA entdeckt, dass nicht nur der Alu-Look Vorbild war, sondern dass auch das iPhone an ein Braun Gerät erinnert. Der ET33 erschien 1977 und hatte diese wunderbaren halbrunden Tasten. Die waren immerhin mit Ziffern aus der Akzidenz Grotesk beschriftet, während es beim iPhone nur zur Helvetica gereicht hat.
iphone_braun.jpg

Auf air-port.com gibt es mehr dazu.

Instant-Vorlesungen

Ein Kommentator namens Schorch schickte mir diesen Link: https://pdos.csail.mit.edu/scigen/. science.gifEs handelt sich um einen Blindtextgenerator. Dieser erstellt jedoch nicht nur Blödsinnstext, sondern Blödsinnsinhalt. Man gibt einen oder mehrere Autorennamen ein, klickt den Button und schon hat man einen richtigen Vortrag auf Papier. Ich nannte Samuel Clemens (Mark Twain), Karl May und Adolf Schicklgruber (das war Hitlers Mutters Mädchenname). Ein mit dieser Methode generierter Vortrag wurde angeblich schon zu einer Konferenz eingeladen. Immerhin sieht so eine Veröffentlichung ziemlich echt aus, wie das pdf zeigt, das ich von dem Dokument gemacht habe.

Blindtext Generatoren

Viele Layouts verwenden immer noch den blöden und langweiligen Blindtext, den Indesign automatisch erzeugt. Ich finde aber pseudo-lateinischen Text doof und irreführend.
Es gibt mehrere Alternativen.

maclorem.jpgMichaels Sousas https://adhesiontext
generiert Texte in vielen Sprachen, und mit MacLorem kann man nicht nur Blindtext in unterschiedlichen Sprachen erzeugen, sondern auch die Länge der Absätze und andere Parameter einstellen.

Bei Justanotherfoundry ahrens_dummy.gif

von Tim Ahrens gibt es außer den jeweiligen Sprachen die Optionen multi, neutral und abstract. Das führt zu wunderbaren Texten in Phantasiesprachen, aber mit bekannten Buchstabenkombinationen. Hier lassen sich sogar einzelne Buchstaben und -paare nach Häufigkeit zeigen. Hier zwei Beispiele:

languages: neutral abstract; characters: all characters
Se vis si Pora tantia fro amig mans en exera Farin o mare an ante in stiga inia. Frargir gamt a steint ing. Finde dem re foren ca re enich Bast de, untyler na du ninerd en hina car tan men, vin regan Lonsi volusob, tremon Lostan smeng bareff heopte en durien palior un sar Best dirde hon Aman ka, ensell cures?’ Tor marbe a mout fambur le to, Medempon postali pienmint song etion famama Listrumi, sonta, tuering tedener wilinpar crun Hacer hologni entecom, comaingre sit ban sembere Parwide entionte. Mal dimendu sovial ere.

languages: abstract de; characters: all characters
Syse dospal afince hasit jus eiß en soni fise, de nur Ent eina miturchke as Peraver, seing eine a Alle, sulle nik oditi to, aur der läres mer vatud Pativie Frandie unice cas spoppe ine in ralte, Auster ventge hand nu weich duroty fisere eit diessol demann Gra dad an Bahm, eingricht ses munsse, in dier are inceprin dirkeit, alein Histigen, prommile lo-Phanachke velltein tregind inete auseder semoch dechenge all do Lontand misso ensproglo sie sorner zu leinur, st errtalet übezies pa sie ihrer Kopot volie tentliche he 60. Eurch a nalisch eve men sen) somen des pradaß d. hab, miss.

sousa_generator.gif

Adhesiontext macht Blindtext aus der Eingabe in einem kleinen Fenster. Das ist wunderbar, wenn man eine neue Schrift entwirft und erst ein paar Buchstaben hat. Ich habe das mal mit Hamburgefonstiv ausprobiert, auf Deutsch eingestellt und diesen Text bekommen:

arteigener ein ist Hofs Hofes rissigeren rieb starb treibe tu aufsagen nisten am tutete bestrebst vorgeformten rauf aufgemuntert neu unbetont engen rare erbte bei tote taub trag inne erbietet surre is erfreut berufst umgeformtem Hebung so am ob saftiger vertratet nur tobe ins anfange er nur vereinige intensiveres Heu steifst in ein gab nettem es ansteige gegangenen baue sanft in nun gravierte getarnt unfein ungenanntestes oft teigigsten ureigenen ans neuer mies vereist Haft gestreiftes bei traff in traff bare sonore in steinernem rief Hauer rammst steuern mag trabe begingen soff immerfort arrogantestes angegriffener rufe taue tragbarerer emsige

… Undsoweiter. Es gibt offensichtlich ein Wörterbuch für jede der enthaltenen Sprachen und dementsprechend echt sind die Wörter, die man aus den paar Buchstaben erzeugen kann. Ein paar Satzzeichen dazu, vielleicht noch ein oder zwei Versalien, und schon sieht es aus, als hätte man eine komplette Schrift entworfen.

Platz sparen!

MT_deutsch.gif

Diese Schrift kann viel Platz sparen, weil sie Vokale bei der Eingabe ignoriert. In Notfällen kann man mit der Umschalttaste einen Grossbuchstaben einsetzen, der als Vokal vorhanden ist, allerdings nur in der Kapitälchenform.
Die FF Mt kann man hier kostenlos downloaden.

MT_characterset.gif
Die Belegung der FF Mt.