Wir haben einen kleinen Film gemacht über die neuen Drucksachen für Hering Berlin:
Porcelain on Paper from erik spiekermann on Vimeo.
Wir haben einen kleinen Film gemacht über die neuen Drucksachen für Hering Berlin:
Porcelain on Paper from erik spiekermann on Vimeo.
Schnellkurs in grafischer Umgangssprache:
America Is F*cked…….(Graphically at least) from Jess Gibson on Vimeo.
Das lokale Wirtschaftsmagazin des Berliner Tagesspiegel, Berlin-Maximal, hat mich interviewt: 
Einer der besten Songs aller Zeiten (Ben E. King, Jerry Leiber & Mike Stoller, 1961), gemeinsam gesungen und gespielt von Musikern in aller Welt. Mehr auf playingforchange.
“Stand by Me” performed by musicians around the world from SKAT on Vimeo.

Um 18:00 heute ging unsere neue Seite edenspiekermann live ins Netz. Die nächsten Tage werden wir sicherlich damit zubringen, Fehler zu finden und zu beheben wie Schreibweisen und falsche oder gar fehlende Links. Dann schreiben wir wahrscheinlich alle Texte neu, rendern die Bilder besser und diskutieren wieder über farbige Balken auf den Projektseiten. Das wäre schon schlimm genug, wenn wir das nicht alles in drei Sprachen machen und immer mit mehr als einem Dutzend Kollegen in Amsterdam un Berlin abstimmen müssten.
Wer wissen will, wie die Site gebaut wurde, wer böse Fehler findet oder gute Vorschläge hat, der schreibe uns. Im Blog ist die Kommentarfunktion geöffnet.
Vor ein paar Wochen hatte ich hier nur den englischen Originaltext einer meiner Kolumnen in Blueprint wiedergegeben. Nun hat ein Kollege, Sebastian Keller, neulich spontan diesen Beitrag ins Deutsche gebracht. Sebastian betreibt ein Blog namens Schriftstellerwerden und ich hatte ihm einen Text geliefert. Es gibt also noch altmodische Tugenden wie Dankbarkeit und Höflichkeit. Hier nun Sebastians Übersetzung (nicht vergessen, dass der Text an ein englisches Publikum gerichtet ist):
Heutzutage werden auch Städte und Länder gebranded wie Waschpulver. Wenn ich etwas höre wie „London ist die kreative Hauptstadt Europas“ (oder war es „der Welt“?), ist das erste, was ich mich frage, ob es sich dabei um das Ergebnis objektiver Forschung, eine Erfindung der Boulevardpresse oder um eine Regierungskampagne handelt, die von steigender Inflation, den Immobilienpreisen, lebensgefährlichem Verkehr und gruseligem Wetter ablenken soll. Dennoch steckt ein Fünkchen Wahrheit darin. Ich lebe und arbeite in Berlin, San Francisco und London, und die britische Hauptstadt ist einfach anders.
Das Berlin von heute besteht aus vielen Städten: der alten Hauptstadt Preußens, Resten vom Nazi-Protz, Ruinen aus dem Krieg mit zugespachtelten Einschusslöchern an jeder Mauer, die noch steht, kapitalistischer Nachkriegs-Architektur im Westen und sozialistischen Planbauten im Osten, plus 20 Jahre Entwicklungen nach 1989. Eine Geschichte der Unterbrechungen. Niedrige Preise locken Künstler und Möchtegern-Künstler an, aber kaum Firmenzentralen oder Großunternehmen. Niemand in Berlin hat einen Job, aber jeder hat „Projekte“.
London, auf der anderen Seite, ist das Ergebnis jahrhundertelanger Kontinuität. Alles, was jemals auf den Britischen Inseln passiert ist, von den Römern bis in die Zeit des Empire, von den Nazi-Bomben bis zu Thatchers Hardcore-Kapitalismus, hat in dieser Stadt ihren Niederschlag gefunden. Wenn Sie bereit sind, es mit all den Unzulänglichkeiten wie Luftverschmutzung, chaotischem Verkehr und absurden Preisen aufzunehmen, leben Sie dafür in einem der Zentren des bekannten Universums. Wenn Sie in London überleben, kann Sie nichts mehr schocken. Es dort geschafft zu haben ist ein großer Boost für jedermanns Selbstvertrauen. Wenn ich durch die Straßen von Clerkenwell gehe (bzw. radle), stelle ich fest, dass das Durchschnittsalter der Leute um mich herum die Hälfte meines eigenen ist. Die Art und Weise, wie sie beschäftigt aussehen, während sie ihre iPhones tätscheln, ihre Mode, die ja nicht ausgesucht wirken soll und die Bars, Cafés und Restaurants, die sie häufig besuchen, weisen darauf hin, dass niemand mehr sein Geld mit körperlicher Arbeit verdient. Womit „unsichtbare Einkünfte“ als wichtigster Beitrag für die Wirtschaft übrig bleibt. Dieser Begriff wurde eigens für die City of London geprägt, wo Leute ihr Geld damit verdienen, dass sie über alles, was wächst, fließt oder eines Tages hergestellt werden könnte, Wetten mit dem Geld anderer Leute abschließen. Allerdings hat sich herausgestellt, dass die ‚Square Mile‘ mehr durch Gier als durch Know-how am laufen gehalten wurde und dass der Sex-Appeal zusammen mit den Bonuszahlungen verpufft ist.
Vorhang auf für die Kreativen! Wenn man jeden in dieser Kategorie steckt, der mit Film, Fernsehen, Verlagswesen, Werbung, Mode und Design zu tun hat, stellt man fest, dass diese Berufe niemanden in Gefahr bringen. Mit anderen Worten: wenn alle Kreativ-Unternehmen von heute auf morgen in Streik gehen würden, bekämen wir es erst einmal gar nicht mit. Es gäbe immer noch Strom, Brot und Beton. Die Züge würden immer noch fahren (was in Großbritannien schon ein Wunder für sich ist), die City-Maut würde immer noch durchgesetzt, Zeitungen würden gedruckt und Herzen transplantiert werden. Aber was wäre mit den Zeitungs-Features? Mit den Bildern? Mit den unterschiedlichen Headline-Stilen, dem charakteristische Look Ihrer Lieblingszeitschrift? Wenn Sie schon einmal in einem Land ohne Werbung gewesen sind (Ich habe lange ganz nahe an Ostdeutschland gelebt), haben Sie vielleicht bemerkt, wie dröge alles aussieht und wie Sie eine Sehnsucht nach Werbung entwickeln, und sei es die dümmste Waschpulver-Werbung.
Stellen Sie sich – nur für einen Moment – eine geschäftige Einkaufsstraße gänzlich ohne Werbung vor. Zunächst ein anziehender Gedanke, bis Sie erkennen, dass auch Neonschilder und Werbetafeln wichtige Informationen, Dekoration und vielleicht manchmal sogar Amüsement bieten. Und wer möchte schon zu den ungestalteten Objekten aus der Vergangenheit zurückkehren? Die ganze Komplexität der Technologie mag vielleicht zu unserem Besten vor uns versteckt werden müssen, aber das Aussehen und die Funktion von Oberflächen und Bedienelementen können nicht allein den Ingenieuren und Marketing-Menschen überlassen werden. Dinge können ohne Designer durchaus funktionieren, aber haben wir nicht einen Lustgewinn durch den Gebrauch von Objekten – sowohl körperlich als auch ästhetisch? Ohne Mode wären wir alle gezwungen das gleiche praktische Zeug, ‚Marke Mao‘ zu tragen. Für manche von uns und für eine Weile wahrscheinlich durchaus erfrischend, aber jeder weiß, wozu Frauen in der Lage sind, wenn sie eine Zeit lang keine neuen Schuhe kaufen können. Sie verstehen mich: Wir Kreativen retten keine Leben und die Menschheit würde weiter bestehen, auch wenn wir uns nicht einmischen.
Dennoch spielen wir tragende Rollen. Unsere erste Aufgabe ist es ohne Zweifel, die Glasur auf den Kuchen des Kapitalismus zu bringen. Die zweite könnte es sein, unsere einzigartigen Talente einzusetzen um tatsächlich reale Probleme zu lösen. Wir schaffen es, Gedanken, Ideen und Fragen zu visualisieren. Das ist eine ziemlich mächtige Gabe. Außerdem sind wir gesellig und das trotz iPhones, Telefonkonferenzen und Facebook. Je mehr kreatives Talent wir haben, desto mehr gewinnen wir hinzu. Wir haben keine Angst davor, uns in „dubiosen“ Bereichen zu tummeln. Wir mögen exotisches Essen, hängen mit interessanten Menschen aus fernen Ländern herum, hören uns seltsame Sounds an, lesen Material, das für Uneingeweihte unverständlich bleibt und sehen in jedem Fehler auch eine Chance. Wo könnte es einen besseren Lebensraum für so eine Spezies geben als in London? Ein Vorteil von Großbritanniens kolonialer Vergangenheit ist die Tatsache, dass in der halben Welt Englisch die Muttersprache ist, während die andere Hälfte es als Fremdsprache lernt. Viele kleinere Länder sind bereits zweisprachig. Versuchen Sie mal nebenbei Niederländisch oder Schwedisch zu lernen: unmöglich, denn man wird Ihnen dort immer auf Englisch antworten. Dennoch spricht man die Sprache nirgends so gut wie hier in Großbritannien. Wenn Sie die Mühe auf sich nehmen, eine andere Sprache zu lernen, werden Sie es schätzen lernen, dass es unterschiedliche Arten gibt, Sachverhalte zu sehen und sie auszudrücken. Und wenn Sie lernen könnten, ab und zu mit einem Augenzwinkern zu sprechen, dann könnte der Beitrag Londons zum kreativen Geschäft sogar noch größer sein. Und niemand bittet Sie Deutscher zu werden und tatsächlich etwas herzustellen.
Angesichts der Krise entdecken viele Leute wieder altmodische Begriffe wie gesellschaftliche Verantwortung. Wir Designer hätten gerne, dass wir eine große Rolle spielten in der Gesellschaft, in der wir zuständig wären für wahrheitsgetreue, ästhetisch bereichernde Kommunikation.
Leider ist das ein Wunschtraum, was man auch daran sieht, dass die ganze Branche zur Zeit fast überhaupt keine Aufträge umsetzt, die Welt aber dennoch nicht sofort zum Stillstand gekommen ist. Das soll nicht heißen, dass wir kein Gewissen hätten und nicht über unsere Rolle nachdenken sollten, denn natürlich tragen wir unser Teil dazu bei, dass Zustände, Produkte, Marken, Dienstleistungen visualisiert werden. Das kann man ohne Widerworte und ohne Nachfrage machen, aber auch im kritischen Dialog mit den Auftraggebern. Ob und wie weit wir dabei die Welt zum Guten verändern, muss jeder für sich entscheiden. Ich bin eher misstrauisch, wenn plötzlich allenthalben Kollegen auftauchen, die meinen, dass unsereins mit Sprüchen allein etwas bewirken kann.
Ich bin durchaus der Meinung, dass wir eine gesellschaftliche Verantwortung haben, was in meinem Fall besonders das Wohlergehen unserer Angestellten und Auftraggeber betrifft, denen beiden gegenüber ich mich immer solidarisch verhalten werde. Aber mit Worten wird man nichts ändern, und schon gar nicht mit selbstgestalteten Statements von Designern, die vor allem der Eitelkeit dienen, denn da kann man endlich mal ohne Auftraggeber zeigen, was man machen würde, wenn unser Beruf nicht dem Broterwerb diente, was ihn so schnöde macht.


Die Website zum Aufruf „Braucht die Welt Designer“ ist mit vielen Zitaten prominenter und deshalb offensichtlich kompetenter Leute gepflastert – die üblichen Verdächtigen. Alle Beiträge, die bis zum 30. April eingehen, werden auf dem Mozartplatz ausgestellt. Ich nehme an, dass damit der Mozartplatz in Wien gemeint ist, denn in Wien wohnt der Verfasser der Seite. Sonst steht das nirgendwo, aber vielleicht ist das auch ein Test.
Eigentlich widerspricht nun meine Einsendung der Ablehnung solcher rhetorischer Aktivitäten, wie ich sie gerade beschrieben habe. Deshalb habe ich auf ein großes, zitierfähiges Wort verzichtet, mit dem ich eventuell „Denkanstöße“ geben könnte. Besondere Gestaltung habe ich meiner Aussage auch nicht angedeihen lassen um den Verdacht zu vermeiden, am Wettbewerb der Eitelkeiten teilzunehmen. Aber ganz unwidersprochen konnte ich diese gutgemeinte Aktion nicht lassen. Ich habe also lediglich im vorgegebenen Format die Website zitiert und meine Antwort darunter gesetzt, weiß auf rot, wie es sich für einen Aufruf gehört.
Unsere neue Korrex wiegt 460 Kilo. Sie von der Straße in die Werkstatt im 3. Stock zu bringen war ein Abenteuer, das leider undokumentiert blieb. Oben angekommen war dann die kleine Flip Videokamera zur Hand um vier erwachsene Männer und eine Andruckpresse in verschiedenen Zuständen von Montage und Demontage zu zeigen. Das Video ist noch sehr beta. Eine richtige Version machen wir erst, wenn wir auch richtig drucken können. Und dann kann Susanna auch den Zoomknopf an der Kamera benutzen, den sie am Sonntag noch nicht gefunden hatte.
korrex_web
Kann man selber machen auf www.wordle.net