Im November letzten Jahres veranstaltete die ISTD – International Society of Typographic Designers – eine Vortragstour durch fünf Städte im Vereinigten Königreich. Das darf man nicht einfach Großbritannien nennen und schon gar nicht England, denn die Reise führte uns von Belfast über Glasgow nach Manchester, Bristol und London. Alles in fünf Tagen. Ich durfte in jeder Stadt zwei Vorträge halten, und dazu kamen jeweils zwei Kollegen aus der Stadt. Das ganze lief als „Kern up the Volume“ und war sozusagen meine Abschiedstour als Präsident des ISTD. Jetzt bin ich nicht mehr PISTD, sondern PPISTD, also Past President.
In Belfast hat Liam McComish, Course Director an der School of Art and Design der University of Ulster, bei der Fragestunde nach meinem Vortrag einen kleinen Film mitgeschnitten, den er selbst iErik genannt hat. Der Streifen ist klein und nicht von hoher Qualität – weder inhaltlich noch formal. Aber die Methode hat Witz. Das Movie ist unter download zu finden.

»Willkommen auf caliban.uberspace.de!
Welcome on caliban.uberspace.de!
Diese Domain kennen wir leider nicht.
Sadly, we do not have this domain in our records.
Sollte sie dir gehören, kannst du die Domain, wie im Manual beschrieben, auf deinen Uberspace aufschalten.
In case it is yours, take a look at the manual to add it to your account.«
der Link zum Buch: https://gestalten.com/products/hello-erik
Herr Spiekermann,
gibt es einen besonderen Grund für die zwei verschiedenen Schrägen oder hat der Zeichner (gehe davon aus, dass es Ralph du Carrois im Alleingang gewesen ist) dies einfach nicht bedacht? Oder ist die etwas schrägere Italic der handschriftlichen Dynamik geschuldet? Aber die würde ja auch nicht bei jedem gleich sein, einige schreiben sogar backwards.
die Oblique ist etwas schräger. Aber ich denke, dass jeder versteht, was ich mit der Frage bezwecke.
Ralph hat es nicht im Alleingang gemacht. Die sehr bewegte Kursiv/Italic war meine Idee und nicht unbedingt von den Leuten bei Monotype bevorzugt.
So extrem schräg kann man eine Oblique nicht stellen, also sind die beiden Schnitte unterschiedlich schräg. Macht aber nix, weil es keine Grund gibt, sie nebeneinander zu nutzen. Und wenn, dann wäre das mit einem guten Grund und den soll man auch erkennen.
Tja, zum Glück haben Sie sich durchgesetzt. Ich finde sie eine gute Lösung. Wie bereits wo anders erwähnt, finde ich aber auch die eckigen Punkte etc., die du Carrois’ vorgeschlagen hat interessant, die Sie zwar nicht bevorzugten, die aber wegen der geistigen Einstellung ihrerseits, dass ein Zusatz schließlich nicht stören könne, offensichtlich trotzdem durchgegangen sind.
So kann man sie nutzen, man muss aber nicht. Und das ist immer gut. Zu den Kursiven (Italics) passen sie wohl wegen des handschriftlichen Charakters weniger gut, außer jemand schriebe mit einem eckigen Marker, dessen Punkt so ausfiele, aber auch da kann man von Vorhandenem Gebrauch machen. Ich persönlich meide sie bei den Italics, verwende sie aber bei den normalen Schnitten und (ups, jetzt muss ich erst mal kontrollieren, ob sie bei den obliquen Schnitten auch noch dabei sind) würde sie auch bei den Obliques verwenden.
Wie angeführt, habe ich ja vermutet, dass Sie sich entweder fürs eine od. andere entscheiden würden. Meine Idee ist jedoch in die Richtung gegangen, dass man die Obliques in gewissen Fällen als Normalschnitte verwenden könnte und die Italics eben als Italics, was auch einen Auszeichnungseffekt hätte, der mir gut gefiele. Auch wenn’s der Lesegewohnheit nicht entspricht und die echten Aufrechten leserlicher sind.
Nun gut, diese Möglichkeit fällt eben durch die zwar ähnlichen aber doch verschiedenen Schrägen aus, was nun mal so ist wie’s ist, aber ein bisschen schade ist es doch. Vorher hätte man sich auch für die angedeutete Variante entscheiden können. Jetzt ist es zu kompliziert und zu aufwändig geworden. Vielleicht folgt ja einmal eine Serifenversion? Auch, wenn diese Sans Serif (Grotesk) sowieso als Buchschrift gedacht ist.
Na hoffentlich wird es auch bei der neuen Condensed die von den Monotypianern unbeliebte kursive Version geben. Immerhin sollte zählen, was der Kunde mag und nicht, was sich einige Überallemstehenwollende beim Monotype-Monopolisten einbilden.
Oligopol wär ja qualitätsbedingt eine Übertreibung. Mann, waren das noch Zeiten, als Sie den Fontshop in eigenen Händen hielten. Nun ist auch noch URW an die gegangen. Aber deren Fonts wimmeln nur so von Fehlern. Komisch, dass diese über viele Jahre keinem aufgefallen sind.
Und beim Ändern sind sie sehr zaghaft.
Die FF Real-Familie wächst: https://www.fonts.com/de/font/fontfont/volumes/ff-real-complete-suite
Schade, dass man sich bezüglich der neuen Oblique-Variation nicht für dieselbe Schrägstellung wie bei der Kursiv entschieden hat. So lassen sich diese beiden Stile nicht mischen; und das ist schade: sehr schade sogar.
dass man sich ohnehin für eine Auszeichnungsvariante zu entscheiden habe; aber, ja, wieso nicht einmal für gewisse Zwecke die beiden schrägen mischen? Die Oblique statt der normalen Schnitte und die Italic als das, was sie sonst darstellt. Bei so vielen Schnitten doch denkbar? Wegen der verschiedenen Neigung aber nicht ratsam: schade.
warum sollten man zwei Schrägen mischen, noch dazu in einer Zeile? Welche andere Schrift hat das?
Die Real Kursiv ist sehr kursiv und sicher bei einigen Texten (vor allem kurzen oder Überschriften) zu explizit. Aber ich wollte mal mehr machen als die üblichen serifenlosen Kursiven, die nur einige Formen (a,f,g) ändern und den Rest schrägstellen. Aber weil es doch viele Anwendungen gibt, wo diese extreme Kursive nicht nötig ist oder deplaziert wirkt, gibt es jetzt eine Real Oblique, also die schräggestellte Sans. Natürlich gezeichnet und nicht nur automatisch generiert.
wie stehst du im Nachhinein zu deinen Entwürfen? Welche deiner Schriften würdest du heute als die größte Herausforderung sehen und welche für den Buchdruck vorschlagen, zumal die Real fürs Buch „Hallo, ich bin Erik“ ja zuerst nur als Einzelschnitt geplant und gezeichnet worden ist?
Meta ist immer noch die beste
Ja! Schade nur, dass sie diese Helvetica nicht, wie anfangs propagiert, hat vertreiben können. Die Meta Serie aber, kommt an die Sans nicht ran, was ist da geschehen!? – Interrobang hab ich nicht!
… Serif …
Soviel dazu, dass das Internet nichts vergisst, hehe.
Jaja, der Gockel (Google) wird die Daten schon
wo gespeichert haben – weiterhin; sodass man alles
über jeden und immer rausfinden kann, wenn
man es möchte.
Wird es zur Real-Superfamilie irgendwann auch eine Serifversion geben?
Glaube ich nicht
Dafür haben Sie die Schrift jetzt auf 52 Schnitte ausgebaut. Früher bin ich immer Fan der Fira gewesen, jetzt hat sich das kostenpflichtig geändert; aber es zahlt sich aus, diese läppischen 398 € zu zahlen.
Andere Designer, wie René Bieder (od. wesentlich übler, aber wesentlich wesentlich sogar, dieser Svetoslav Simov, der dem un- bzw. halbwissenden Kunden extrem Unfertiges andreht!) schlampen im Detail fürchterlich und bieten für mehr Geld kaum Leistung an: Weder qualitativ noch quantitativ. Gratulation zu dieser Arbeit!
Hiermit bin ich wieder auf Ihre Fonts namens FF Real Text und FF Real Head zurückgesprungen.
Ich bin ziemlich froh, dass es bei der FF Real Text bzw. FF Real Head den Kompromiss mit den eckigen Punkten gegeben hat. Genau das war der Grund für meinen Kauf. Man will doch auch einmal ein bisschen anecken, oder nicht?
Nur bei der Kursiven werde ich diese Variation kaum nutzen, wer schreibt (zeichnet – dabei könnte es zutreffen, aber wer zeichnet schon bei Handgeschriebenem?) schon handschriftlich eckige Punkte?
Gut übrigens, das von Ihnen so unbeliebte große SZ. Jetzt ist der Name meiner Frau auch ganz bürokratisch richtig darstellbar, wenn man ihn groß schreibt. Gibt ja doch einen Grund für das Zeichen, auch wenn Sie oft betonten, dass dieses Zeichen aufgrund dessen, dass man es am Wortanfang nicht hat im Deutschen, keine Berechtigung habe.
Schade, der Link funzt nicht mehr.