Die Kunst, farbige Beschriftungen von Hand zu malen oder dreidimensionale Buchstaben in Fassaden zu schneiden oder zu meisseln ist so gut wie ausgestorben. Selbstklebende Plastikbuchstaben haben Schilder ersetzt mit selbsterdachten Buchstaben aus Fantasieschriften, die es in keinem FontBook gibt.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die restlichen handgemachten Schilder auch von den Häusern in Dublin verschwunden sein werden. Diese hier habe ich neulich dort fotografiert.

Uncialschriften bestimmen den Stil irischer Handschriften seit lange vor Gutenberg. Sie sehen allerdings weniger überzeugend aus, wenn sie allenthalben angewendet werden, wo es um den „echten“ irischen Stil gehen soll. (Übrigens: diese Version der Quay Sans sieht ziemlich merkwürdig aus.) Vielleicht wird es mal Zeit für einen Workshop zur Ermittlung der wirklichen irischen typografischen Identität.