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Die wahre Titelschrift.

Auf amaztype kann man einen Autorennamen oder einen anderen Suchbegriff eingeben und schon erscheint das eingetippte Wort, aus Umschlägen der Bücher gebildet, die zu diesem Autoren oder Herausgeber gehören. Wie das Wortspiel andeutet, kommen die Informationen von amazon.com. Die Darstellung ist wahrhaftig „amazing“. Funktioniert auch mit CDs und DVDs.

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Der Tipp kam von Ivo Gabrowitsch fontwerk

ITC Officina Display

ITC Officina Display und ihre Herkunft.
Als Ben Acornley und ich (damals noch bei MetaDesign London) die Zeitschrift The Economist in London neu gestalteten (im neuen Layout erschien die erste Nummer im Mai 2001), wählten wir meine ITC Officina Sans als Schrift für Navigation und Information. Die Texte und Überschriften sind aus der eigenen Schrift des Economist gesetzt, die Ole Schäfer und ich für den Relaunch überarbeiteten. Aber Grafiken, Tabellen, Karten und Bildunterschriften sind als Kontrast dazu und wegen der besseren Lesbarkeit in kleinen Graden aus Officina Sans gesetzt.
Als es daran ging, die Schrift auf den Titelseiten in recht großen Graden zu setzen, fanden die Redakteure sie etwas zu „goofy“, was man wohl mit „knubbelig“ oder zumindest „eigen“ übersetzen kann. Die abgerundeten Ecken, ausgeprägte Pseudo-Serifen und schräge Endstriche sind in den fetten Schnitten besonders sichtbar und wirkten störend.
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Die Displayversion, die ich skizzierte, hatte scharfe Ecken, die Endstriche sind nicht so abgeschrägt, und die Pseudo-Serifen sind kaum noch angedeutet. Dadurch kann die Schrift wesentlich enger gesetzt werden und stellt die einzelnen Buchstaben nicht so sehr in den Mittelpunkt. Ole Schäfer hatte schon als Student unaufgefordert die Original-Officina um einige fette Schnitte erweitert und mir zum Kommentieren und Korrigieren geschickt. Aus der Zusammenarbeit entstand die erweiterte Familie mit den Medium, ExtraBold und Black, komplett mit Kapitälchen und Mediävalziffern. Ole digitalisierte auch die erste Version der Officina Display für den Economist.
Nach Ablauf der zweijährigen Exklusivphase was es an der Zeit, die Familie um einen leichten Schnitt zu ergänzen und auf den Markt zu bringen. Christian Schwartz unternahm die Arbeit auf der Basis eines extrapolierten Schnittes, den FontBureau für einen Auftraggeber gemacht hatte. Christian überarbeitete alle Daten und wir bastelten ein paar Dingbats und Pfeile dazu.
Officina Display hat jetzt gleiche Mittelhöhen in allen Schnitten. Unter- wie Oberlängen sowie auch die Versalhöhe sind angeglichen. In einer Textschrift wäre das ein Kardinalfehler, weil fettere Schnitte aufgrund der kleineren Innenräume kleiner wirken. Bei einer Schrift für Headlines kommt es hingegen darauf an, Wörter auch aus verschiedenen Schnitten zusammenzusetzen. Und dann wäre es völlig albern, müsste man jedes Wort eigens in der Größe anpassen, damit nichts wackelt.

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Die 100 besten Schriften

Auf Jürgen Sieberts Fontblog gibt es den Countdown der 100 besten Schriften aller Zeiten. Nach welchen Kriterien das beurteilt wurde, ist dort nachzulesen. Ich darf hier nur verkünden, dass meine ITC Officina auf Platz 8 liegt, noch vor Gill und Univers. Erstaunlich. Jeden Tag gibt es eine neue Platzierung, also wissen wir in einer Woche, welche Schriften die vorderen Plätze einnehmen werden. Das Bild zeigt mich 1989 mit dem ersten Ausdruck der Schrift, die damals noch ITC Correspondence heissen sollte.

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Neue Nummern

Hier in den USA sind die Straßen sehr lang, und Hausnummern können fünfstellig sein. Die Auswahl an Ziffern für diesen Zweck ist dagegen sehr beschränkt: was man an den meisten Häusern sieht, würde kein Schriftentwerfer als gestaltete Zahlen gelten lassen. Der Gründer von Design within Reach, Rob Forbes, sah das auch so und bat mich doch mal darüber nachzudenken, ob nicht typografisch anständige Ziffern auch dreidimensional funktionieren könnten. Ein Interview mit Rob Forbes gibt es hier:
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Im Katalog bei DWR sind seit Ende 2006 nun die ersten vier verschiedenen Hausnummern verfügbar. Sie sind populär benannt, nicht unbedingt historisch oder typografisch korrekt. Classic ist meine Bodoni-Adaption, für Contemporary habe ich Meta Bold etwas umgebaut, Industrial ist eine generische Industrieschrift als Negativschablone, und Tech ist mein Versuch, Ziffern ganz ohne diagonale Formen zu gestalten. Die Materialien sind lasergeschnittenes, emailliertes Blech, stranggezogenes, eloxiertes Aluminium, ebenfalls mit dem Laser geschnittener, lackierter Stahl und mit dem Wasserstrahl geschnittener, polierter Edelstahl.
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Die Ziffern der Tech haben keine diagonalen Formen. Daraus könnte durchaus einmal eine komplette Schrift werden.

Auch eine fertige Schrift wie Meta muss für den Produktionsprozess bearbeitet werden. Bei der Form für das Aluminium Strangprofil kann das Fräswerkzeug keine völlig scharfen Innenformen erzeugen. Besser als diese Form dem Zufall zu überlassen ist es, Radien zu zeichnen, die gefräst werden können, auch wenn diese in der Zeichnung etwas übertrieben aussehen. Oben die etwas fetteren Hausnummern, unten Ziffern aus FF Meta Bold.

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Das Anbringen der Hausnummern setzt keine typografischen Fachkenntnisse voraus. Die Bohrschablonen sind gelb auf klare Folie gedruckt, damit auf jeder Wand sichtbar sind und für den richtigen Abstand der Ziffern voneinander sorgen.

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PT 55/1986

Habe gerade diesen Artikel gefunden in Baseline 7 von 1986.
Er schildert die Entstehung der PT 55, jener Schrift, die später zur FF Meta wurde.

Anstatt die Texte abzuschreiben, habe ich den Artkel eingescannt und als PDF fürs Download eingestellt. Damit es nicht zu ewig dauert, ist das Dokument nur schwarz-weiss, aber trotzdem immer noch 3,6mb groß.

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Meta International

In den letzten zehn Jahren sind etliche Versionen der FF Meta entstanden über die erste, «West»-Fassung hinaus. Wer baltische Sprachen setzen will, Türkisch, Rumänisch, die Mitteleuropäischen Sprachen, Griechisch und Kyrillisch gar, der findet diese alle zusammen jetzt in einem Paket, natürlich einschließlich der «normalen» lateinischen Version. Alles in zwei Schnitten, Book und Bold mit den jeweiligen Kursiven. Ein PDF zeigt alles unter Read More.

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Schriftproben

In den 80er Jahren gaben die Schrift­gießereien viel Geld aus für Schrift­proben. Mir sind neulich einige der Broschüren in die Hände gefallen, die wir damals ent­wor­fen haben.


Ich habe 23 Broschüren ges­cannt und in ein Doku­ment gepackt. Für diesen Zweck habe ich davon dann ein niedrig auflösendes PDF gemacht (immer noch 2,2 MB). Zwar kann man jetzt keine typografis­chen Details mehr wahrnehmen, aber der eine oder andere wird die eine oder andere unbekan­nte Schrift erken­nen, aber auch einige bekan­nte. Viele Gestal­ter bei MetaDe­sign durften sich sein­erzeit an diesen Broschüren ver­suchen. Weil ich nicht mehr weiß, wer was im Einzel­nen gemacht hat, erwähne ich lieber keine Namen. Sie kön­nen sich ja melden und meine Erin­nerung auffrischen.
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typefaces | schriften

Ich habe viele Anfragen wegen meiner Schriften. Es ist anscheinend nicht für jeden einfach, Figurenverzeichnisse zu bekommen. Ich will also versuchen, nach und nach PDFs für alle zur Verfügung zu stellen. Wird ein wenig dauern, aber ein Anfang ist gemacht.

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