Public Design

Vandalismus ist auch nur eine Form der Kommunikation.

Zum Thema Public Design:

Nach Watzlawik heisst das Erste Axiom der Kommunikation: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Für die Gestaltung eines Leitsystems heisst es, dass nicht lediglich Anweisungen angebracht werden, nach denen das Publikum von A
nach B gelangt, sondern dass mit diesen Anweisungen der Absender identifiziert wird. Die meisten Hinweise im öffentlichen Raum sind apokryph: Absender und Hersteller (also die Verursacher) gibt es zwar, aber sie geben sich nicht zu erkennen. Meistens verstecken sie sich hinter ihren „amtlichen“ Verlautbarungen, die entsprechend – will heißen: gesichtlos – aussehen. Nun ist der öffentliche Raum nie anonym, sondern gehört immer irgendjemand, im Zweifel uns Steuerzahlern und den Nutzern der Verkehrsbetriebe, Flughäfen, Krankenhäuser. Wenn durch nichts anderes, dann wird die Identität dieses Raumes durch die Sekundärarchitektur geprägt, also durch Schilder, Müllbehälter, Leuchten, Bänke. Der Eindruck, den die Gestaltung – oder Nichtgestaltung – hinterlässt, fällt auf den Verursacher zurück, prägt dessen Indetität in der Öffentlichkeit. Da nützt keine Werbung, kein Logo, keine PR-Kampagne. Public Design als Bezeichnung ist ein Missverständnis. Es betrifft uns privat und es gibt immer einen Absender. Was der gestalten lässt, ob vom Designer oder vom Zufall, fällt auf ihn zurück. Demzufolge ist Vandalismus auch nur eine Form der Kommunikation.

Wie man sich darstellt, so wird man gesehen. Das gilt besonders für den
öffentlichen Raum.