Arial nein und Arial ja

Arial ist eine hässliche Schrift, da sind sich die meis­ten Gestal­ter einig. Es gibt für Nicht­gestal­ter allerd­ings immer noch genü­gend prak­tis­che Gründe, sie als Nicht-Schrift für alles mögliche zu nehmen.
Warum es jedoch immer häu­figer vorkommt, dass aufwendige Beschrif­tun­gen aus Met­all, Stein oder anderem lan­glebi­gen Mate­r­ial auch nur diese dumme Sys­tem­schrift ver­wen­den, ist mir ein Rät­sel.
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Die angemessene Ver­wen­dung ist hier zu sehen: Infla­tion­s­geld aus Zim­babwe. Bei der gerin­gen Halt­barkeit wäre jede andere Schrift eine Belei­di­gung.
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23 comments

  1. Ein Staunender

    Na ja, ich kön­nte mir auch die »Comic Sans« recht gut auf diesem Geld­schein vorstellen ;-).

  2. Dr. Thomas Jesch

    Die etwas in die Jahre gekommene Kri­tik ist das eine. Gibt es denn ein Basis-Schriftartenpaket, welches dem Nichtschriftschaf­fenden für den Pri­vat­ge­brauch gegen z. B. 500,00 Euro eine gewisse Grund­ver­sorgung gewährt (z. B. mit Futura, Gara­mond, Hel­vetica, Sabon, Univers)? Danke für jeden Hinweis!

  3. Mac oder PC? Auf dem Mac sind doch fast alle diese fonts vorhan­den; es gibt Futura, Hel­vetica, Baskerville, Gara­mond, etc.
    Aber es gäbe auch nicht so lang­weilige alter­na­tiven. Immer­hin bekommt man für 500 euro schon 2 dutzend fonts. Bei fontshop.com oder fontshop.de gibt es bes­timmt pakete für diese grundversorgung.

  4. Miks

    Es wäre sin­nvoller, wenn wenig­stens EIN MAL einer der Arial-Kritiker »But­ter bei die Fis­che« geben und seine Ablehnung mit Beispie­len bele­gen würde.

  5. erik spiekermann

    Gibt es massen­haft, kann man suchen. Ich habe es schon oft begrün­det, vor allem damit, dass ein Klone immer nur schlechter sein kann als das Orig­i­nal Auf jeden Fall ist Arial immer zu eng gesetzt.

  6. Felix

    Natür­lich ist eine Kopie immer schlechter als das Orig­i­nal, das ist im Wesen der Kopie begrün­det.
    Was mich an dem ARIAL-Shitstorm nur immer ein biss­chen stört: Vie­len kaufe ich die Überzeu­gung schlicht und ein­fach nicht ab. Klar kann man (in der Tat berechtigte) Witze über die Comic Sans und Arial machen. Aber das ist auch ein ein­facher Weg, sich aufs Trep­pchen zu stellen und zu zeigen, dass man zwis­chen Gut und Böse unter­schei­den kann. So kommt es mir jeden­falls meist vor.

  7. SINSALVA

    Ich breche hier mal eine Lanze für ARIAL:

    ARIAL ist schlicht und schnörkel­los, und unter­schei­det sich hier­durch von den meis­ten anderen mir bekan­nten Schrif­tarten.
    Das wirkt auf mich angenehm ser­iös, weshalb ich diese Schrif­tart in allen offiziellen Schreiben ver­wende. Die Schrift ist zudem für meine Wahrnehmung außeror­dentlich gut les­bar. Man wird beim Lesen nicht durch das Schrift­bild abge­lenkt und kann sich deshalb ganz auf den Inhalt des betr­e­f­fenden Textes konzen­tri­eren. Und auf den Inhalt kommt es let­ztlich an… ;-)

  8. Arial ist eine Kopie der Hel­vetica, die alle Eigen­schaften hat, die Sie zu Recht erwäh­nen. Die Abnei­gung gegen Arial besteht vor allem, weil die Kopie schlechter ist als das Orig­i­nal. Vor allem aber, weil die meis­ten Leute sie automa­tisch ver­wen­den, ohne – wie Sie – darüber nachzudenken.

  9. Die AG ist etwas lebendi­ger und wärmer. Auf dem Bild­schirm wird man das kaum merken und vielle­icht wollen Sie das ja auch nicht. Die neu­trale Kälte der Hel­vetica hat ihre Vorteile, aber ein Prob­lem in manchen Sit­u­a­tio­nen ist z.B. die Tat­sache, dass die Homogenisierung der Zeichen dazu führt, dass es kaum Unter­schiede zwis­chen l und i und I gibt, oder zwis­chen 1 und l. Oder zwis­chen eini­gen Zif­fern. Das ist beson­ders auf dem iPhone ärg­er­lich, weil man beim Lesen oder der Eingabe von Pass­wörtern nie genau sieht, ob es um eine Zif­fer oder um einen Buch­staben geht. Gute Schriften sind weniger maniri­ert und dafür les­barer – die Frutiger zum Beispiel.

  10. Wie Kurt Wei­de­mann einst sagte: »Gute Typogra­phie bemerkt man so wenig wie gute Luft zum Atmen. Schlechte merkt man erst, wenn es einem stinkt.« Wenn man an die Arial denkt, dann beginnt die Nase zu jucken.

  11. Thomas

    Ver­mut­lich wür­den besser les­bare, schönere Schriften weiter ver­bre­itet sein, wenn sie einen ebenso großen Zeichen­satz aufwiesen wie Arial, Times New Roman und wie die Microsoft-Standardschriften alle heißen. Aber das scheint von Schrift­gestal­tern und –häusern nicht allzu oft bedacht zu wer­den. Stattdessen wer­den immer neue Schriften kreiert und veröf­fentlicht. Mit meis­tens ebenso knappem Zeichensatz.

    1. erik

      Von meiner FF Meta gibt es sogar eine Sci­ence Font mit 2500 Zeichen. Kyril­lisch u.a. sowieso.

    2. erik

      Meine Schriften haben alle min­destens Kyril­lisch und Griechisch, also 600 Zeichen pro Schnitt.

  12. Arial ist eine hässliche Schrift, da sind sich die meis­ten Gestal­ter einig. Es gibt für Nicht­gestal­ter allerd­ings immer noch genü­gend prak­tis­che Gründe, sie als Nicht-Schrift für alles mögliche zu nehmen.”

    Das ist so dog­ma­tisch, gle­ich in den ersten 2 Sätzen, dass es dem Ges­tus der Monop­o­lisierung Microsofts auch nur einen weit­eren eben­solchen danebensetzt.

    Ich benutze Arial selbst für Typografie und Konkrete Poe­sie und bin ger­ade eben sehr ange­tan von den anonymisieren­den / neu­tralen Eigen­schaften dieser Schrift. Schließlich will ich in diesem Fall — anders als bei geschriebener Sprache / Lit­er­atur — MEINE Inhalte BILDLICH rüber brin­gen — und nicht die Selb­stver­wirk­lichun­gen des Font-Erstellers, das würde die Betra­chter ja bei so einer Schriftver­wen­dung nur unpassend ablenken … finde jeden­falls ich. Gruß AS

  13. Ich habe nichts gegen Arial. Klar, les­bar, optisch ansprechend – warum denn nicht? Wem es nicht gefällt, hat eine schier unüber­schaubare Auswahl an Schrift­typen zur Ver­fü­gung. Ich selbst bevorzuge aber auch als Empfän­gerin von Schreiben eine klare Schrift, die frei von Schnörk­seln und pseudo-künstlerischen Anwand­lun­gen ist. Und Hand aufs Herz: Welche Schrif­tart auf irgendwelchen Geld­scheinen ist, inter­essiert mich eigentlich über­haupt nicht.

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