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Spiekerblog
 

07. 03. 04

Public Design

Van­dal­is­mus ist auch nur eine Form der Kommunikation.




Zum Thema Pub­lic Design:

Nach Wat­zlawik heisst das Erste Axiom der Kom­mu­nika­tion: „Man kann nicht nicht kom­mu­nizieren.“ Für die Gestal­tung eines Leit­sys­tems heisst es, dass nicht lediglich Anweisun­gen ange­bracht wer­den, nach denen das Pub­likum von A
nach B gelangt, son­dern dass mit diesen Anweisun­gen der Absender iden­ti­fiziert wird. Die meis­ten Hin­weise im öffentlichen Raum sind apokryph: Absender und Her­steller (also die Verur­sacher) gibt es zwar, aber sie geben sich nicht zu erken­nen. Meis­tens ver­stecken sie sich hin­ter ihren „amtlichen“ Ver­laut­barun­gen, die entsprechend – will heißen: gesicht­los – ausse­hen. Nun ist der öffentliche Raum nie anonym, son­dern gehört immer irgend­je­mand, im Zweifel uns Steuerzahlern und den Nutzern der Verkehrs­be­triebe, Flughäfen, Kranken­häuser. Wenn durch nichts anderes, dann wird die Iden­tität dieses Raumes durch die Sekundärar­chitek­tur geprägt, also durch Schilder, Müll­be­häl­ter, Leuchten, Bänke. Der Ein­druck, den die Gestal­tung – oder Nicht­gestal­tung – hin­ter­lässt, fällt auf den Verur­sacher zurück, prägt dessen Inde­tität in der Öffentlichkeit. Da nützt keine Wer­bung, kein Logo, keine PR-Kampagne. Pub­lic Design als Beze­ich­nung ist ein Missver­ständ­nis. Es bet­rifft uns pri­vat und es gibt immer einen Absender. Was der gestal­ten lässt, ob vom Designer oder vom Zufall, fällt auf ihn zurück. Demzu­folge ist Van­dal­is­mus auch nur eine Form der Kommunikation.

Wie man sich darstellt, so wird man gese­hen. Das gilt beson­ders für den
öffentlichen Raum.

 

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