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Spiekerblog
 

01. 07. 11

Auftraggeber oder Kunde?

Auf­tragge­ber heißen bei uns so, und nicht Kun­den. Die Auf­tragge­ber haben ihrer­seits Kun­den. Ein Kunde heißt so, weil er weiß, was er will: er ist kundig. Unsere Auf­tragge­ber wis­sen noch nicht genau, was sie wollen, deshalb vergeben sie Aufträge, anstatt etwas Fer­tiges aus der Schublade zu kaufen. Auf Englisch lauten die bei­den Begriffe client und cus­tomer.

Meine Mut­ter sagte immer, dass schlampige Sprache ein Zeichen sei für schlampiges Denken. Lei­der kan­nten die meis­ten Agen­turen meine Mut­ter nicht und nen­nen ihre Auf­tragge­ber immer noch Kunden.

Wohin es führen kann, wenn diese Unter­schei­dung nicht beachtet wird, zeigt dieses Zitat aus einem Inter­view mit einer Agenturchefin:

 

30. 06. 11

Farbleitsysteme

Per­for­mance ist das Kun­den­magazin von BASF Floor­ing. EIn Inter­view über Leit­sys­tem im Wort­laut:
Brotkru­men im Schilder­wald.
Er wurde erst kür­zlich mit dem Design­preis der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land für sein Lebenswerk aus­geze­ich­net – zu Recht, denn seine Entwürfe für Schrift­typen und Sym­bole prä­gen ein Stück weit das Gesicht unseres Lan­des. Beispiel­sweise, wenn er das Erschei­n­ungs­bild der Deutschen Bahn auf­poliert oder uns allabendlich in den heute-Nachrichten im ZDF mit auf­schlussre­ichen Pik­togram­men kom­plizierte Sachver­halte erschließt. Erik Spiek­er­mann gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Typografie. Doch neben dieser Lei­den­schaft beschäftigt er sich auch mit Leit– und Infor­ma­tion­ssys­te­men, die die Ori­en­tierung inner­halb räum­licher Struk­turen erle­ichtern bzw. ermöglichen.
Per­for­mance sprach mit dem Infor­ma­tions­de­signer über Architek­tur und Ori­en­tierung. Read the rest of this entry »

 

09. 06. 11

Websprech

Diese Nachricht erschien neulich auf unserem Pro­jek­t­blog. Ist das noch deutsch? Schon englisch?
Oder ein­fach eine eigene Sprache?

 

31. 05. 11

Ins Gesicht geschrieben

Lasko Dzurovski aus Mace­donien hat mir ger­ade dieses Porträt von mir geschickt, alles aus Buch­staben der FF Meta gesetzt.
Ich weiß nicht, woher Lasko die Zeit nimmt, aber es ist eine erstaunliche Arbeit. Die Orig­i­nal­datei ist riesig groß und sehr hochau­flösend.

 

01. 04. 11

Die Bahn macht mobil…

Die neue Aus­gabe der Zeitschrift für Kun­den der Bahn ist da. Neu gestal­tet. Mich freut beson­ders, dass jetzt endlich die große Schrift­fam­i­lie der DB Type genutzt wird. Es gibt kur­sive Überschriften, fette Ver­salzeilen, Texte aus Anti­qua, Texte aus Grotesk: alles, was das Schrift­sys­tem bietet. Der Titelkopf ist aus der DB Sans Black Kur­siv gesetzt.

Die let­zte Aus­gabe im alten Look fällt dage­gen beson­ders stark ab, denn dort ist die DB Type ersetzt durch Adobe Sans und Serif. Das geschieht, wenn die Orig­i­nal­fonts nicht richtig im PDF einge­bet­tet sind. Dann wer­den sie bei der Belich­tung ersetzt durch jene bei­den Fonts, die Größe und Laufweite so gut nachah­men, dass es kaum auf­fällt. Außer Leuten, die genauer hin­se­hen, was dort offen­sichtlich nicht der Fall war.

Hier zunächst der neue Titel, darunter der alte, kaputte.

 

26. 03. 11

Bauhaus Archiv & Spiekermann

Als Beloh­nung für den deutschen Design­preis für mein Lebenswerk durfte ich eine Ausstel­lung ein­richten im Bauhaus Archiv in Berlin. Am Ende war das fast eine Strafe, denn es artete doch in Arbeit aus. Mein Archiv hat den Namen nicht ver­di­ent, doch am Ende haben wir etwas zusam­mengestück­elt, das zumin­d­est zur Eröff­nung 700 Besucher anzog – soviel kom­men sonst nicht in diese heili­gen Hallen. Mein Glück war, dass Lars Krüger an der FH Düs­sel­dorf seine Diplo­mar­beit über die Gestal­tung der BVG von 1983 bis 1993 macht. Lars hat am meis­ten gesam­melt und auf­bere­itet und den inter­es­san­testen Teil der Ausstel­lung beige­tra­gen. Fotos gibt es dem­nächst hier zu sehen, einige von der Eröff­nung aber auch schon auf typografie.info
In der FAZ stand diese Besprechung:

 

25. 02. 11

Jung von Matt fragt Wir sind Helden wg Bild

Die Anfrage
Sehr geehrte Damen und Her­ren,
wir sind als Wer­beagen­tur mit der aktuellen BILD-​Kampagne betraut, in der wir hochkaräti­gen Promi­nen­ten eine Bühne bieten, ihre offene, ehrliche und ungeschönte Mei­n­ung zur BILD mitzuteilen.

Derzeit pla­nen wir die näch­ste Pro­duk­tion­sphase für Früh­jahr 2011. Die neu zu pro­duzieren­den TV– und Kinospots sowie Plakat-​ und Anzeigen­mo­tive sollen die beste­hen­den Motive von Veron­ica Fer­res, Thomas Gottschalk, Philipp Lahm, Richard von Weizsäcker, Mario Barth u.v.m. ergänzen.
Für diese Fort­führung der Kam­pagne möchten wir sehr gern “Wir sind Helden” gewinnen.

Das schöne an der Kam­pagne ist, dass sie einem guten Zweck zu Gute kommt. BILD spendet in Namen jedes Promi­nen­ten 10.​000,- Euro an einen von Ihnen zu bes­tim­menden Zweck.

Lassen Sie uns gern tele­fonieren und die Details besprechen. Zur Detail­in­for­ma­tion senden wir Ihnen bere­its heute anbei einige weit­er­führende Infor­ma­tio­nen.
Ich freue mich dazu von Ihnen zu hören.

Her­zliche Grüße aus Ham­burg,
Jung von Matt/Alster Wer­beagen­tur GmbH

Unsere Antwort
Liebe Wer­beagen­tur Jung von Matt,
bzgl. Eurer Anfrage, ob wir bei der aktuellen Bild -​Kam­pagne mit­machen wollen:
Ich glaub, es hackt.

Die laufende Plakat-​Aktion der Bild-​Zeitung mit soge­nan­nten Tes­ti­mo­ni­als, also irgendwelchem kom­men­tieren­dem Geseiere (Auch kri­tis­chem! Hört, hört!) von soge­nan­nten Promi­nen­ten (auch Kri­tis­chen! Oho!) ist das Per­fideste, was mir seit langer Zeit untergekom­men ist. Will heißen: nach Euren Maßstäben sicher eine gelun­gene Aktion.

Sel­ten hat eine Wer­bekam­pagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt. Da sind auf der einen Seite die Promis, die sich denken: Hmm, die Bildzeitung, mal ehrlich, das lesen schon wahnsin­nig viele Leute, das wär schon schick… Aber irgend­wie geht das eigentlich nicht, ne, weil ist ja irgend­wie unter meinem Niveau/evil/zu sicht­bar berech­nend… Und dann kommt ihr, liebe Agen­tur, und baut diesen armen ges­pal­te­nen Promi­nen­ten eine Brücke, eine wack­e­lige, glitschige, aber hey, was soll’s, auf der anderen Seite liegt, sagen wir mal, eine Tüte Gum­mibärchen. Ihr sagt jenen Promis: wisst ihr was, ihr kriegt ein­fach kein Geld! Wir spenden ein­fach ein biss­chen Kohle in eurem Namen, dann passt das schon, weil, wer spendet, der kann kein Ego haben, ver­stehste? Und außer­dem, pass auf, jetzt kommt’s: ihr könnt sagen, WAS IHR WOLLT!

Und dann denken sich diese Promis, im Rah­men ihrer Möglichkeiten, irgen­deine pseudo -​dis­tanziertes Gewäsch aus, irgend­was “total Spitzfind­i­ges”, oder Clever-​ Unverbindliches, oder Überhe­bliches, oder… Und glauben, so kämen sie aus der Num­mer raus, ohne ihr Gesicht zu ver­lieren. Und haben trotz­dem unheim­lich viele saudumme Men­schen erre­icht! Hurra.

Auf der anderen Seite, das erk­lärt sich von selbst, der Rezip­i­ent, der saudumme, der sich denkt: Men­sch, diese Bild -​Zeitung, die traut sich was.

Und, die dritte Seite: Ihr, liebe jung­dy­namis­che Men­schen, die ihr, zumin­d­est in einem sehr spezial­isierten Teil eures Gehirns, genau wisst, was ihr tut. Außer vielle­icht, wenn ihr auf die Idee kommt, “Wir sind Helden” für die Kam­pagne anzufra­gen, weil, mal ehrlich, das wäre doch total lustig, wenn aus­gerech­net die…

Das Prob­lem dabei: ich hab wahrschein­lich mit der Hälfte von euch studiert, und ich weiß, dass ihr im ersten Semes­ter lernt, dass das Medium die Botschaft ist. Oder, noch mal anders gesagt, dass es kein “Gutes im Schlechten” gibt. Das heißt: ich weiß, dass ihr wisst, und ich weiß, dass ihr drauf scheißt.

Die BILD -​Zeitung ist kein augen­zwinkernd zu betra­ch­t­en­des Trash-​Kulturgut und kein harm­loses “Guilty Plea­sure” für wohl­frisierte Auf­stre­ber, keine witzige soziale Ref­erenz und kein Lifestyle-​Zitat. Und schon gar nicht ist die Bild -​Zeitung das, als was ihr sie verkaufen wollt: Has­s­geliebtes, aber weitest­ge­hend harm­loses Inven­tar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands.

Die Bildzeitung ist ein gefährliches poli­tis­ches Instru­ment — nicht nur ein stark ver­größern­des Fer­n­rohr in den Abgrund, son­dern ein bösar­tiges Wesen, das Deutsch­land nicht beschreibt, son­dern macht. Mit einer Agenda.

In der Gefahr, dass ich mich wieder­hole: ich glaub es hackt.

Mit höflichen Grüßen,
Judith Holofernes

 

15. 02. 11

TERN Trans European Road Network

Ein kleiner Film von Ste­fan Egger über die Schrift, die wir für die europäis­chen Fern­straßen entwick­elt haben.

Europäis­che Verkehrss­chrift “Tern” from Ste­fan Egger on Vimeo.

 

14. 02. 11

 

13. 02. 11

Mein Lieblingsbuchstabe ist das a.“

Ein Inter­view im Deutsch­landra­dio Kul­tur:
Grafikde­signer Spiek­er­mann über seine Pas­sion für Schriften
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