Von Hollywood lernen

Wie so oft, fielen mir auch diesmal beim Ausmisten der überlaufenden Festplatte einige Texte in die Hände bzw. unter die Maus, die vielleicht auch in einem anderen Zusammenhang lesbar sind. Den folgenden hatte ich 2003 für meine Kolumne in der Zeitschrift form geschrieben. Das Thema der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen ist heute akuter denn je, deshalb hier die Wiederholung:

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Über technische Dinge wie Software, Datenformate und Speichermedien kann man kaum schreiben, weil jede Zeile überholt sein wird, bevor sie gedruckt ist. Eins aber wissen wir genau: Menschen wollen lesen, in Magazinen blättern, Überschriften überfliegen; sie möchten unterhalten, überrascht, aufgeklärt werden. Wer nur gefahrlos zwei Stunden älter werden will, bleibt beim Fernsehen. Wer mehr will, der liest online, surft: geht ins Internet, wie viele noch sagen. Wo sich vor nicht allzu langer Zeit eine öde Pixelwüste lieblos aufbereiteter Daten erstreckte, ist ein Medium entstanden, das eines unserer Grundbedürfnisse erfüllt, das nach dem Geschichtenerzählen. Heute wird das Storytelling genannt, bedeutet aber nichts anderes als das, was die Gebrüder Grimm schon dem Volke vom Munde abschrieben.

Wir haben das starke Bedürfnis herauszufinden, wie es unseren Zeitgenossen ergeht. Gehen wir ins Kino, weil wir Angst haben dumm zu sterben? Gehen wir in die Oper oder das Theater um unseren Smoking aufzutragen? Lesen wir Bücher, weil wir dafür bezahlt werden? Nein, wir machen es, weil wir wissen wollen, wie andere Leute mit ihrem Leben fertig werden oder an ihm leiden wie wir alle.

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Neue Schafe sind da.

Die neue, dritte englische Version von „Stop Stealing Sheep and learn how to use type properly“ ist nun erhältlich. Die deutsche Ausgabe kann noch dauern, ist aber in Arbeit. Dafür gibt es Sheep 3.0 mit Rabatt beim Verlag:

Buy at Peachpit.com

Neue Themen, neue Fotos, mehr Seiten und natürlich neue Schriften.

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P98A: unsere neue Werkstatt und Galerie

Wir haben jetzt zwei Andruckpressen von FAG, eine Grafix, eine Korrex Berlin, eine Korrex Nürnberg, eine Korrex Frankfurt und einen Heidelberger Tiegel. Von den vielen kleinen Tiegeln wollen wir gar nicht reden. Und alle Pressen laufen seit letzter Woche. Die neueste FAG (mit verstellbarem Fundament) muss noch gereinigt und lackiert werden.
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Dazu überraschend viel große Schrift aus Holz oder Plakadur und jede Menge Bleisatz, darunter auch frisch gegossene Akzidenz Grotesk und Block in Graden von 8 bis 24 Punkt. Regletten, Quadraten und jeden Menge Stege müssen einsortiert werden. Eine zweite Setzgasse ist bestellt.
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Fertig zum Druck

Wir werden sechs Andruckpressen in der Werkstatt haben:
1 Korrex Nürnberg 35×58, 1 Korrex Berlin 50×65, 1 Korrex Frankfurt 61×86, 1 FAG 35×58, 1 Grafix 35×58 und eine weitere FAG, die nächste Woche kommt.
Der Heidelberger Tiegel muss noch zusammengesetzt werden und es gibt viel Schrift zu sortieren und abzulegen.

4 small presses waiting for another one

4 kleine Maschinen warten auf eine weitere.


The big Korrex is all electric. It makes noises like a battleship in action.

Die große Korrex ist komplett elektrisch und macht ein Geräusch wie ein Schlachtschiff in voller Fahrt.

Buchdruck auf der TypoBerlin 2013



Für die TYPO Berlin 2013 unter dem Motto „TOUCH“ besorgten Erik Spiekermann, Axel Nagel, Thomas Maier und Ferdinand Ulrich eine Abziehnudel, etwas Holzschrift und ein paar Gummistempel und druckten mit den Besuchern Plakate und T-Shirts. Danke an Opposition Studios für das Video.

Mehr gibt es auf: http://typotalks.com/video/category/image-video/#sthash.9oJDPBKC.dpuf

Selber drucken

Meine Freunde von POINT in London hatten das selbstgemachte Video neulich veröffentlicht, obwohl das überhaupt noch nicht fertig war. Mein Freund Frerk Lintz konnte das nicht ertragen und kam neulich vorbei um ein paar professionelle Aufnahmen zu machen. Frerk betreibt eine Website mit Video-Interviews, die ich nur empfehlen kann. Klug, schön und lehrreich.


Printing on my old Korrex in Berlin from erik spiekermann on Vimeo.