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Spiekerblog
 

07. 03. 04

Proportionen

Wieder eine Frage per email:
Was bedeuten für Sie Proportionen?



Alle meine typografis­chen arbeiten beruhen auf einer pro­por­tion. Sel­ten die DIN-proportion, weil die weder sehr har­monisch ist noch aufre­gend. Alle for­mate haben die gle­ichen ver­hält­nisse, und die sind auch noch entweder zu kurz oder zu schmal. Ich nehme meis­tens das 2:3 ver­hält­nis, weil dabei die dop­pel­seite dann 3:4 ist, die näch­ste wieder 2:3 und so weiter. Für grosse CD-programme haben wir auch schon mal seit­en­grössen entwick­elt, die nur eine seite mit DIN gemein haben. Der WDR hat eine schmale for­ma­treihe – 297 hoch und 198 breit und eine bre­ite, 210 breit und 315 hoch, also 2:3. Bei den AUDI druck­sachen haben wir auch seitlich 12 mm abgeschnit­ten, weil das schmalere for­mat ele­gan­ter aussieht und auch
wieder in der 2:3 pro­por­tion ist.

Bei büch­ern und zeitschriften baue ich raster, deren einzel­teile die gle­iche pro­por­tion haben wie das ganze; zb eine seite aus 12 rechtecken 12x18mm, also 144x216mm, schon wieder 2:3. Den gold­e­nen schnitt ver­wende ich beim schrif­ten­twurf als fibonacci reihe 5:8:13 und immer, wenn ich kleine, schmale bücher mache, die nicht im DIN for­mat sein müssen. Bosshards “Tech­nis­che Grund­la­gen der
Satzher­stel­lung” ist meine bibel, auch wegen der aus­führlichen abhand­lung der proportionen.

 

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