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Spiekerblog
 

30. 07. 09

Preiswerte Preisschilder

Bevor wir bil­lige Com­puter und Büro­drucker hat­ten, mit denen heute jeder seine kleinen Zettel aus Arial set­zen und drucken kann, gab es spezielle Sys­teme zum Anzeigen von Preisen und Waren in Läden und Kneipen. Eines bestand aus schwarzen Lochbret­tern mit dazuge­höri­gen Plas­tik­buch­staben. Die nahm man aus einer Schachtel und rei­hte sie zu Wörtern und Zahlen auf. Eine Bou­tique in Lon­don hat diese alt­modisch analoge Art des Schil­der­ma­chens wieder­ent­deckt und dabei aus der Not eine Tugend gemacht: wenn es in einer Größe oder Farbe nicht genü­gend Buch­staben oder Zif­fern gibt, nimmt man ein­fach eine andere Sorte, aber mit Gefühl.

Art-Director“ des abge­bilde­ten Schildes mit den im Laden vorhan­de­nen Marken war Richie Crago, The Three Threads in Char­lotte Road, Shored­itch.
london_preisschild

 

by erik
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30. 07. 09

Nichts als Buchstaben im Kopf

Es gibt einen Trend, Porträts aus Buch­staben anzufer­ti­gen. Zu meiner Überraschung erscheint auch mein Kopf auf einer Web­site, gle­ich vor dem von Obama. Der Gestal­ter, Thierry Eamon, nennt es „… a trib­ute to Erik Spiek­er­mann“. Ich habe mir erlaubt, das Bild von der Web­site zu kopieren und hier abzu­bilden. Mehr solcher Typoporträts gibt es auf typog­ra­phy por­traits.
typographicportraits

 

by erik
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30. 07. 09

Form & Funktion

Met­all­git­ter vor einem Laden­fen­ster sehen sel­ten gut aus. Schon gar nicht, wenn der Laden den Ein­druck erweckt, er würde nie wieder auf­machen. Ich habe keine Ahnung, ob die drei Buch­staben irgen­det­was bedeuten, aber sie sind ganz sicher nur für diesen Ort ent­wor­fen wor­den. Die handge­malte Schat­tierung mit den Längsstreifen passt genau in die Wöl­bun­gen der Rol­laden. Ein großar­tiges Beispiel für apokryphe Gestaltung.

suv-sign
S-sign

 

by erik
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28. 06. 09

Typomania, reloaded

Oben unter down­load kann man sich noch die schlechte Kopie des Videos Typo­ma­nia anse­hen, das ich für den BBC vor fast 25 Jahren aufgenom­men habe. Zwei junge Typo­ma­ni­acs haben sich jetzt den Sound­track geholt und ein Remix gemacht unter dem Namen Type­faces give us sig­nals. Hier zu hören und zu sehen:

Type­faces give us sig­nals from erik spiek­er­mann on Vimeo.

 

by erik
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20. 06. 09

Luftschrift

Ein Zep­pelin NT fliegt seit kurzem über der San Fran­cisco Bay. Das Luftschiff ist 75m lang und 17m hoch. Der Schriftzug Air­ship Ven­ture ist aus der ITC Offic­ina Bold gesetzt und dürfte etwa 5m hoch und 32m lang sein.zeppelin
airship_typoZwar bin ich stolz, meine Schrift so riesig am Him­mel zu sehen, aber es ist auch selt­sam. Denn gedacht war die Schrift damals Ende der 80er Jahre für die Kor­re­spon­denz, als Ersatz für die Schreib­maschi­nen­schrift, mit der sie etliche Merk­male teilt.
Schade, dass Schriftl­izen­zen nicht nach Größe bezahlt werden.

 

by erik
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01. 06. 09

Meine vier Buchstaben

Mein Beitrag zur Welt der Spreizblät­ter heißt Axel. Darüber ist schon viel geschrieben wor­den, zum Beispiel hier, aber die Namenswahl bedarf offen­sichtlich weit­erer Erläuterung. Wie die Abbil­dung zeigt, spart Axel Platz bei guter Les­barkeit und ist deshalb eine willkommene typografis­che Alter­na­tive für die armen Leute, die täglich in Excel arbeiten müssen. Das haben mir viele Nutzer gesagt. Einer von ihnen, Dan Reynolds, meint hinge­gen, dass die Schrift noch besser wäre, wenn sie Axl hieße.

Nun haben seit Anfang der 90er alle meine Schriften Namen mit vier Buch­staben: Meta, Info, Unit. ITC Offic­ina gab es schon vorher und ist die Aus­nahme. Diese neue Schrift wollte ich eigentlich Exel nen­nen, aber die Kol­le­gen bei FontShop Deutsch­land hat­ten Angst, dass die große Firma in Seat­tle den Witz vielle­icht zu ernst nehmen kön­nte. Ich glaube das zwar nicht, aber ich muss es im Not­fall auch nicht aus­baden. Axel ist auch homophon zu Excel, wenn man es Äxel ausspricht und hat vier Buch­staben.
excel2007-win-10pt

 

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21. 05. 09

DIN überall

Die DIN Schrift und vor allem ihre coole Schwester, FF Din von Albert-Din Pool, ist überall zu sehen, nicht nur in Deutsch­land, wo die sie immer noch die offizielle Type ist für alle offiziellen Schilder, auf Straße und Auto­bahn gleichermaßen.

Die Betreiber des DIN-Bistro in Berlin haben die Pop­u­lar­ität dieser Schrift für ihre eige­nen Zwecke genutzt, lei­der ohne typografis­che Sorgfalt. Ihr Fir­men­schild ist aus der Sys­tem­schrift gesetzt, die wie eine Seuche ver­bre­itet ist und allmäh­lich wie eine solche bekämpft wer­den müsste.


bistro_din

 

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20. 05. 09

Sparsame Schrift gesucht

Tabellen spie­len eine große Rolle im Geschäft­sleben. Wie fast alles in diesen Kreisen, dominiert Microsoft den Markt mit Excel. Wer sich an Sys­tem­schriften hält, hat kaum Auswahl, wenn es darum geht, umfan­gre­iches Zahlen­ma­te­r­ial und Text dazu in schmale Spal­ten zu brin­gen. An einer typografis­chen Lösung habe ich mit Erik van Blok­land und Ralph du Car­rois gear­beitet. Näch­ste Woche erscheint die Lösung bei FontShop. Die Abbil­dung zeigt Arial Nar­row und Univers Con­densed mit den Original-Kommentaren von EvB.
evbstatements

 

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17. 05. 09

Schon wieder ein Alternativ-a

Eine deutsche Tageszeitung ver­wen­det die FF Unit in den Überschriften, den alter­na­tiven Schnitt hinge­gen für eine andere Ausze­ich­nungsstufe. Das ist eine sehr dif­feren­zierte Unter­schei­dung und offen­sichtlich so gewollt.


nd_unitheads1

 

by erik
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10. 05. 09

Der kleine Unterschied

Die Futura von Paul Ren­ner kam in Frankre­ich unter dem Namen Europe her­aus. Für diesen Markt goss die Bauer­sche Gießerei eine Son­der­form für den Buch­staben a, die sehr an die karolingis­che Minuskel erinnert. renner

Es ist erstaunlich, dass diese kleine Änderung die Wirkung einer ganzen Seite bee­in­flussen kann, wie das Beispiel zeigt, in dem nur in der oberen Hälfte das „franzö­sis­che“ a erscheint, unten dage­gen das normale. cassandresmall

In den späten 20er Jahren waren die Plakate von A.M Cas­san­dre sehr bekannt, die sicher­lich den typ­isch franzö­sis­chen Stil dieser Epoche verkör­perten. Die kleine Änderung in der Futura passt genau in diesen Stil.

Der kom­merzielle Erfolg einer Schrift kann dur­chaus von solchen Kleinigkeiten abhän­gen. Heute würde man das als Mar­ket­ing beze­ich­nen. Das Beispiel stammt aus dem wun­der­schö­nen Buch über Paul Ren­ner, das als Jahres­gabe der Typografis­chen Gesellschaft München erschien, her­aus­gegeben und zusam­mengestellt von Philipp Luidl unter Mitar­beit von Gün­ter Ger­hard Lange.

 

by erik
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